„Titan oder Keramik?“ – das ist eine der häufigsten Fragen, die Patienten mir stellen, bevor wir mit der Implantationsplanung beginnen. Beide Materialien haben ihre Berechtigung. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was Titan-Implantate auszeichnet, wann wir Keramik empfehlen und was Sie über Sicherheitsfragen – Stichwort Flughafen und MRT – wissen müssen.
Titan-Implantate seit Jahrzehnten der Standard sind
Titan ist in der Implantologie kein neues Material. Es wird seit mehr als 50 Jahren erfolgreich eingesetzt – und das aus gutem Grund.
Die wichtigsten Vorteile von Titan-Implantaten:
- Hervorragende Biokompatibilität: Titan wird vom Körper außerordentlich gut akzeptiert. Allergische Reaktionen sind außergewöhnlich selten. Bei Unsicherheit kann vorab ein Bluttest zur Titan-Verträglichkeit durchgeführt werden.
- Osseointegration: Titan „verschmilzt“ besonders gut mit dem Kieferknochen. Das bedeutet: Das Implantat wächst sicher ein und kann schneller voll belastet werden.
- Antibakterielle Wirkung: Das Material hemmt das Wachstum von Bakterien und reduziert so das Entzündungsrisiko nach der Implantation.
- Stabilität und Langlebigkeit: Titan ist extrem belastbar. Bei guter Pflege halten Titan-Implantate ein Leben lang.
- Große Systemvielfalt: Es gibt tausende verschiedene Titan-Implantatsysteme auf dem Markt. Das ermöglicht uns, für jede Kiefersituation das passende System zu wählen.
Keramik-Implantate: Für wen sind sie eine Alternative?
Keramik-Implantate erfreuen sich wachsender Beliebtheit – vor allem bei Patienten, die Wert auf ein besonders natürliches Erscheinungsbild legen oder Metalle im Körper generell vermeiden möchten.
Was Sie über Keramik-Implantate wissen sollten:
- Keramik ist ästhetisch hochwertiger, da das Material weißlich ist und auch bei dünnem Zahnfleisch nicht durchschimmert
- Keramik ist spröder als Titan und damit weniger belastbar – besonders bei starken Kaukräften ein Nachteil
- Die Einheilzeit ist bei Keramik-Implantaten in der Regel länger
- Die Systemvielfalt ist deutlich geringer als bei Titan – nicht jede Kiefersituation lässt sich mit Keramik versorgen
Unser Rat: Wir beraten Sie individuell. Für die meisten Patienten ist Titan die zuverlässigere und langfristig stabilere Wahl. In bestimmten Situationen – etwa bei nachgewiesener Titan-Sensibilität oder auf ausdrücklichen Patientenwunsch – ist Keramik eine gute Alternative.
Titan-Implantat und Flughafen: Schlägt der Scanner an?
Diese Frage beschäftigt viele Patienten. Die Antwort: Nein, in der Regel nicht.
Moderne Körperscanner an Flughäfen erkennen Titan-Implantate und lösen keinen Alarm aus. Titan ist ein nichtmagnetisches Metall mit sehr geringer elektrischer Leitfähigkeit – es verhält sich im Scanner anders als beispielsweise Stahl.
Zur Sicherheit erhalten alle unsere Implantatpatienten einen Implantatpass. Falls ein älteres Gerät dennoch anschlagen sollte, können Sie Ihr Implantat damit problemlos nachweisen.
Titan-Implantat und MRT: Ist das sicher?
Ja, vollständig sicher. Titan ist antimagnetisch – es wird im Magnetfeld eines MRT-Geräts nicht beeinflusst. Eine MRT-Untersuchung ist mit Titan-Implantaten risikofrei möglich.
Wichtig: Informieren Sie Ihren Arzt oder Radiologen vor der Untersuchung dennoch über Ihre Implantate. Das ist Standard und dient der vollständigen Dokumentation.
Häufige Fragen zu Titan-Implantaten
Wie wahrscheinlich ist eine Titan-Unverträglichkeit?
Sehr selten. Die Wissenschaft zeigt, dass Titan eine der körperverträglichsten Substanzen überhaupt ist. Sollten Sie dennoch Bedenken haben, klären wir das vorab mit einem Bluttest ab.
Kann ich mit Titan-Implantaten in die Sauna oder ins Solarium?
Ja, problemlos. Titan reagiert nicht auf Wärme oder UV-Strahlung.
Wie pflege ich Titan-Implantate richtig?
Die Pflege unterscheidet sich kaum von der natürlicher Zähne – plus regelmäßige professionelle Reinigung. Alle Details dazu: [Implantatprophylaxe Wien – so halten Ihre Implantate ein Leben lang]
Alle Informationen zu Ihren Möglichkeiten mit Zahnimplantaten Wien finden Sie auf unserer Leistungsseite.